Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



Zurück
[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Sedierung

Der Begriff Sedierung (v. lat.sedare, "beruhigen") wird vor allem in der Medizin, z. B. in der Anästhesiologieoder bei Psychopharmakaverwendet. Ein Sedativum ist ein Beruhigungsmittel.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Anwendung
  • 2 Typische Sedativa
  • 3 Probleme
  • 4 Siehe auch
  • 5 Weblinks

Anwendung

Bei vielen Krankheitentreten differentialdiagnostischverschiedene Symptomeauf. Ein sehr häufig anzutreffendes Krankheitszeichen ist Unruhe. Ursache für Unruhe ist beispielsweise oft Angstbeziehungsweise sogar Todesangst oder Verwirrtheit. Angst entsteht, wenn lebenswichtige Funktionen versagen, zum Beispiel die Atmung. Um Unruhesymptome zu behandeln können, werden Sedativa verabreicht. Wird durch die Medikamentengabe gezielt Angst behandelt, spricht man von Anxiolyse. Sedativa sind im Allgemeinen schlaffördernd.

Leiden Patientenneben den eigentlichen Krankheitszeichen an Angst oder Unruhe und es werden Sedativa zur Ruhigstellung verabreicht, handelt es sich dabei um eine Form der Fixierung, die den Vorteil bietet, die primäreEmotion, nämlich Angst, zu begrenzen und dem Patienten dadurch Gelegenheit zu geben, sich auf das eigentliche Phänomen, seine Erkrankung, zu konzentrieren, oder aber, bei höherer Dosierung, eine Ausschaltung der bewusstenWahrnehmungzu erreichen. Diese Fixierung erfordert wahlweise das Einverständnis des Patienten oder die ärztliche Anordnung.

Bei operativenEingriffen ohne größere Schmerzbelastung, ist die Verabreichung einer Sedierung indiziert. Für den Eingriff darf keine Narkoseerforderlich sein, und die Mitarbeit des Patient (Luftanhalten, Schlucken etc.) ist erwünscht, wobei er trotzdem ruhig liegen bleiben soll. Wird die Sedierung nicht vom Anästhesistenvorgenommen, darf sie nicht so stark sein, dass der Patient nicht mehr voll ansprechbar ist und seine Schutzreflexe (z.B. Husten) versagen. Ist hingegen eine tiefere Sedierung notwendig, und der Patient bedarf einer Überwachung, wird ein Anästhesist hinzugezogen, der neben dem geeigneten Sedativum häufig bei Bedarf noch ein Analgetikumverabreicht. Diese Überwachung mit Analgesie wird im deutschen meist mit Analgosedierung bezeichnet und im englischen mit "Monitored Anesthesia Care" (MAC).

Im Rahmen der Intensivmedizinwird bei beatmetenPatienten die Verabreichungvon Sedativa zumeist nötig, da eine künstliche Beatmung, insbesondere beim nicht tracheotomiertenPatienten, ohne solche Medikamentedurch den Beatmeten häufig nicht toleriert wird. Die gewünschte Sedierungstiefe wird je nach Situation vom Arzt anhand einer Skala festgelegt (meist die Ramsay-Skala), regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst. Man geht nach den von der DGAI erstellten Leitlinien vor (siehe Weblinks). Im allgemeinen wird heute weniger sediert als früher.

Typische Sedativa

  • Benzodiazepinewie z. B. Midazolam(Dormicum), Diazepam(Valium), Clorazepat(Tranxilium), Lorazepam(Tavor)
  • Narkotikawie z. B. Propofol(Disoprivan)
  • Neuroleptikawie z. B. Promethazin(Atosil)
  • Opioidewie z.B. Fentanyl, Morphinund Sufentanil
  • neuerdings werden vermehrt auch Alpha-2-Adrenozeptor-Agonisten eingesetzt, z.B. Clonidin

Barbituratewie z. B. Phenobarbital(Luminal) werden in heutiger Zeit kaum noch als Beruhigungsmittel eingesetzt; sie dienen vielmehr als Antiepileptika.

Probleme

Viele Sedativa haben den so genannten Ceiling-Effekt(Gewöhnung), so dass es im Verlauf der Anwendung zur Dosissteigerung bzw. zur Verwendung eines anderen Sedativum kommen muss, um die gewünschte Sedierungstiefe aufrecht zu erhalten. Viele Sedativa haben deshalb ein Missbrauchspotential in der Daueranwendung (gilt nicht für Neuroleptika).

Der oben beschriebene Vorteil von Sedativa, die Ausschaltung des Bewusstseins, kann auch einen Nachteil darstellen. Ist die Dosis zu hoch, kommt es zur Reduzierung des Atemantriebes, so dass man unter Umständen sogar künstlich Beatmen muss.

Ferner gibt es noch die paradoxeReaktion. Das Arzneimittel erreicht nicht die erwünschte Wirkung, sondern genau das Gegenteil: Der Patient wird unruhig und nicht mehr führbar.

Siehe auch

  • Contergan
  • Terminale Sedierung
  • Tranquilizer

Weblinks

  • http://www.dgai.de/downloads/Leitlinie-Analgosedierung.pdf



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sedierung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 
  Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.